Finanzmärkte für’s Gemeinwohl

Zurück zum „Boring Banking

Ein guter Neujahrsvorsatz für Dich könnte sein, zu einer ethisch und ökologisch arbeitenden Bank zu wechseln.

Warum?
Banken machen ihre Gewinne, indem sie dein Geld investieren, z.B. In Aktienfonds. Die meisten Banken investieren dabei leider in Kohleindustrie, Atomkraft oder Waffen und spekulieren auf Kurse von Lebensmitteln. Ökologische und soziale Standards gibt es hier nicht.

Wer Geld anlegt, kann Einfluss nehmen. Wir Grüne fordern deshalb eine Finanzwende!

Dazu gehört, dass Bund, Länder und Kommunen Vorbild werden und ihre Geldanlagen statt in klimaschädliche Kohle in nachhaltige Anlagen investieren (Divestment).
Für Anleger*innen muss zu jeder Zeit transparent sein, welche ökologischen und sozialen Folgen mit ihren Investitionen oder Einlagen verbunden sind. Es gilt, die Klima-, Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsrisiken im Finanzsektor durch eine am Gemeinwohl orientierte Bilanzierung offenzulegen und einzupreisen. Das macht die Finanzierung von Investitionen in Klimagerechtigkeit günstiger und überhaupt erst konkurrenzfähig.

Finanzwende

Spätestens mit der Bankenkrise 2008/09 ist die Anfälligkeit unseres Finanzsystems voller absurder Abhängigkeiten für alle deutlich geworden.
Der Finanzmarkt hat sich von der Realwirtschaft entkoppelt. Große Summen werden nicht mehr mit dem Warenaustausch verdient, sondern in einer Parallelwelt in der Schulden, Ackerflächen, Preiserwartungen, Katastrophen und die Wetten auf den Börsenkurs selbst zum jederzeit handelbaren Finanzprodukt geworden sind. Mit spekulativen Finanzprodukten rund um die Landwirtschaft wird inzwischen 10 Mal so viel verdient, wie mit den Nahrungsmitteln selbst(*).

Zur sogenannten „Financialisation“ sämtlicher Lebensbereiche (alles was zum Leben dazu gehört wird auf dem Finanzmarkt angeboten, um Geld zu verdienen) gehört auch das Land Grabbing. Wodurch sich meist ausländische Investoren mithilfe von Kauf- oder Pachtverträgen große Flächen an Land in Entwicklungsländern zu eigen machen, um damit am Finanzmarkt Geschäfte zu machen. Dieser illegitime Landraub ist neben der Klimakrise der Hauptgrund für Versorgungsprobleme mit Nahrungsmitteln.

Mit Finanzprodukten aller Art lässt sich also unverhältnismäßig viel Geld machen – auf Kosten anderer. Hinzu kommt, dass in keinem Land der Erde Kapitaleinkünfte höher besteuert werden als Arbeit.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass Kapitaleinkommen mindestens so stark besteuert werden wie Erwerbstätigkeit, wenn es nach mir geht, deutlich höher. Denn wenn wir es schaffen, die Steuerlast stärker vom Faktor Arbeit auf den Ressourcenverbrauch und das Einkommen aus Kapital- und Bodenbesitz zu verlagern, fördern wir den ökologischen Umbau und die soziale Gerechtigkeit.
Mit einer grünen Finanztransaktionsteuer fällt dann auf jedes Finanzgeschäft eine Art Umsatzsteuer an. Das dämmt auch spekulative Finanzgeschäfte ein und stabilisiert unser Finanz- und Wirtschaftssystem.

Durch die Eindämmung der spekulativen Finanzgeschäfte kommen wir zurück zum „boring banking“, bei dem die langfristige Finanzierung im Vordergrund steht und nicht die kurzfristige Spekulation.
Wir brauchen einen Finanzmarkt, der sich an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligt und es fördert, statt ihm zu schaden.

Denn die Wirtschaft dient den Menschen und dem Gemeinwohl, nicht andersherum.

„Nachhaltiger Wohlstand im Sinne von Klimaneutralität, Vorsorge und Gerechtigkeit ist Kern eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems. Ziel ist ein Wirtschafts-und Finanzsystem, das die planetaren Grenzen einhält und mehr Lebensqualität für alle Menschen erreicht, weltweit und für zukünftige Generationen. Dazu ist es notwendig, grundlegend anders zu wirtschaften: chancen-, ressourcen-und geschlechtergerecht. Dies bedeutet einen Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft innerhalb klarer Leitplanken und mit Gemeinwohlorientierung, die Konzepte wie Wachstum, Effizienz, Wettbewerb und Innovation als Mittel zum Zweck betrachtet und Konzentration ökonomischer Macht bei Wenigen vermeidet.“
So steht es in unserem neuen grünen Grundsatzprogramm.

Wenn Du wissen willst, was das bedeutet und wie sich das umsetzen lässt, dann bist du bei meinem Webinar „Wirtschaft mit Zukunft“ mit Dieter Janacek am 21.01. genau richtig! Hier geht’s zur Veranstaltung.

Wirtschaft mit Zukunft

(*) Quelle: Greenpeace Maganzin 4.20 “Unsere Chance – Für eine neue Wirtschaft zum Wohle aller”

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